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Wenn Algorithmen über Lebenswege entscheiden: Linas Kampf gegen Zahlen und Chancen in der digitalen Realität.

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Wenn Algorithmen über Lebenswege entscheiden: Linas Kampf gegen Zahlen und Chancen in der digitalen Realität. Wie algorithmen entscheiden Am Tag, an dem der Algorithmus ihre Zukunft vorherzusagen begann, stand Lina in der winzigen Küche ihrer Großmutter und sah zu, wie der Kaffee über den Rand der Tasse schwappte, ohne die Hände zu rühren; die Nachricht auf ihrem Telefon hatte ihr den Atem gestohlen: "Niedrige Priorität — Wohnzuschuss nicht genehmigt. Wahrscheinlichkeit eines stabilen Einkommens in 12 Monaten: 18 %." Es war nicht das erste Mal, dass eine Maschine über ihr Leben urteilte, aber zum ersten Mal fühlte es sich an, als würde die Zahl in ihrem Display die Luft um sie herum verformen. Die Stadt war voller Systeme wie diesem: dunkle Server in stillgelegten Fabrikhallen, Schnittstellen, die Versprechen gaben und Ablehnungen ausspuckten, und eine App namens Ariadne, die alles zusammenführte — von Bewerbungen bis zu Sozialleistungen. Menschen vertrauten ihr, weil sie s...

Stille Botschaften: Ein Büroabend in Gedanken, Schatten und Ritualen

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Stille Botschaften: Ein Büroabend in Gedanken, Schatten und Ritualen Arbeitsalltag als letzter im büro Die Stille hier wusste mehr über mich, als ich mir in Ruhe eingestehen wollte: sie kannte meine unnötigen Gewohnheiten, die Art, wie ich den Stift zwischen den Fingern drehte, und dass ich immer die Kaffeemaschine zwei Minuten länger laufen ließ, nur um das leise Blubbern zu haben, das das Büro lebendig erscheinen ließ. Anna stellte die Thermoskanne ab, ging die langen Reihen von Schreibtischen entlang und berührte flüchtig die Monitore wie Verteidiger einer Stadtmauer. Draußen flackerte die Stadt in einem gemächlichen Takt von Autoscheinwerfern und Werbetafeln, drinnen summte die Klimaanlage ein monoton-sicheres Lied. Ihr Tagesrhythmus war wie ein Uhrwerk: Mails prüfen, Serverlogs durchscrollen, den letzten Kopierauftrag aus der Druckwarteschlange löschen, Fenster richtig verriegeln. Als letzte Person im Gebäude war sie zugleich Hausmeisterin, IT-Feuerwehr und unbezahlte Psycholo...

Ungeplante Begegnung im Elbtunnel: Ein Nachtstopp entfesselt alte Erinnerungen und unerwartete Herausforderungen.

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Ungeplante Begegnung im Elbtunnel: Ein Nachtstopp entfesselt alte Erinnerungen und unerwartete Herausforderungen. Tatablauf im elbtunnel Im Elbtunnel gibt es Geräusche, die man nicht mehr vergisst: das monotone Brummen von Motoren, das Tropfen von Regenwasser von den Wänden und das leise, panische Atmen eines Menschen, der plötzlich zu viel allein ist. Lena hatte nicht geplant, mitten in der Nacht hier anzuhalten. Ihr Wagen stotterte, die Anzeigen flackerten, und der Tunnel, der sonst nur ein Übergang war, verwandelte sich in einen Ort, an dem Zeit und Entscheidungen dicker zu liegen schienen. Hinter ihr blinkte ein Sattelzug, vorn glomm ein Abschleppwagenlicht wie ein ferner Stern. Sie war Krankenschwester, dreißig, mit müden Augen und einer Tasche voller Dienstkleidung. In ihrer Brust hämmerte ein ebenso müder Takt: die Erinnerung an ein gestriges Gespräch, eine Drohung, die sie weggeschoben hatte, als sei sie ein Stein auf dem Fluss. Der Fahrer des Lastwagens war Jonas, Mitte vie...